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Naked Resignation: Riskante Kündigung

Karriere-Tipps Karriereentwicklung Artikel Zukunft der Arbeit
Unter #QuitTok beschreiben Arbeitnehmer auf TikTok, warum sie immer öfter ihre Kündigung einreichen, ohne etwas Neues in Aussicht zu haben. Stephan Megow, Managing Director Nordwest bei Robert Half, schreibt über die Gründe für diese Art der Kündigung und welche Fallstricke damit verbunden sind.
Die Gründe sind vielschichtig, mal sind es die Kollegen, mal der lange Weg ins Büro oder aber die Karriere entwickelt sich nicht so, wie sie sollte. Unter GenZ-Arbeitnehmern breitet sich ein Trend aus, den sie auf TikTok Naked Resignation oder Naked Quitting nennen. Der Trend kommt eigentlich aus China und verbreitetet sich dort in den landesbekannten sozialen Netzwerken wie Weibo und Little Red Book. Gerade durch die Corona-Pandemie stellen jüngere Arbeitnehmer immer öfter in Frage, ob das, was sie tun, noch zielführend ist oder aber, ob sie eine kleine Karrierepause einlegen. Gerade in China hat sich ein Arbeitsmodell etabliert, das sich „996“ nennt. Also 9 bis 21 Uhr arbeiten, sechs Tage die Woche. Zu viel für viele GenZ-Arbeitnehmer. Generell lassen sich diese Entwicklungen auch im europäischen Arbeitsmarkt im Allgemeinen und im deutschen Arbeitsmarkt im Besonderen erkennen: Nur noch 38 Prozent sagen, dass Arbeitsplatzsicherheit wichtiger sei als die Vergütung (Gehaltsübersicht 2025). Der Druck, immer in Arbeit zu sein, nimmt also nicht nur in China merklich ab, auch in Deutschland empfinden immer mehr Arbeitnehmer, dass sie sich Zeit für Dinge einräumen müssen, die keinen Arbeitsbezug haben. 

Zeit für die persönliche Weiterentwicklung

Unter Micro Retirement, einem weiteren TikTok-Trend, planen Arbeitnehmer bewusst diese Auszeiten, um sich mehr Raum für neue Hobbys oder beispielsweise Reisen zu geben. Der kleine, aber wichtige Unterschied zwischen den beiden Phänomenen liegt in der Motivation. Derweil diejenigen, die eine gezielte Auszeit einplanen, mehr oder minder genaue Vorstellungen davon haben, was sie mit der künftigen Freizeit anstellen wollen, sind diejenigen, die ihren Job ohne neue Anstellung kündigen, vor allem mit Aspekten ihrer derzeitigen Tätigkeit nicht mehr einverstanden. Gerade die Rückkehr ins Büro, viele Überstunden und Mehrarbeit veranlassen die Arbeitnehmer, ihre Stellung zu kündigen, obschon das riskant ist.

Das finanzielle Risiko der Kündigung

In Deutschland ist eine sozialversicherungspflichtige Anstellung durch Arbeitslosengeld I abgesichert. Diese staatliche Leistung bekommen in der Regel diejenigen, die in den 30 Monaten vor Ihrer Arbeitslosmeldung mindestens 12 Monate entsprechend angestellt waren. Für gewöhnlich wird dieser Anspruch für Menschen unter 50 Jahren bis zu einem Jahr (ab dem vollendeten 50. Lebensjahr schrittweiser Anstieg auf bis zu 24 Monate) gewährt, beträgt bei kinderlosen Arbeitnehmern 60 Prozent des letzten Nettolohns und bei Arbeitnehmern mit mindestens einem unterhaltspflichtigen Kind 67 Prozent. Wer allerdings selbst eine Anstellung kündigt, kann bis zu drei Monate für diese Leistung von der Bundesagentur für Arbeit gesperrt werden. In dieser Zeit müssten die Betroffenen von Rücklagen leben oder andere finanzielle Ressourcen ausschöpfen. Beim statistischen Bundesamt kann man beispielsweise seine monatlichen Aufwendungen im sogenannten Konsumvergleich mit anderen Haushalten in Deutschland vergleichen – oft sind das mehr als 2000 Euro bei einem angenommenen Durchschnittsgehalt von 4.634 Euro brutto im Monat. Allerdings begünstigt der Arbeitsmarkt derzeit Arbeitnehmer, und viele Fachkräfte können sich Job und Arbeitgeber aussuchen. Die Gefahr besteht allerdings, dass die Folgen nach der Kündigung nicht vollumfänglich überschaut worden sind und Arbeitnehmer in eine finanzielle Schieflage geraten. Ratsam ist an dieser Stelle, sich genau zu überlegen, was genau einen an der derzeitigen Tätigkeit stört. Sollten es zwischenmenschliche Probleme sein, können klärende Gespräche mit dem jeweiligen Kollegen Abhilfe schaffen, sollte es sich um eine Mitarbeiter-Chef-Konstellation handeln, kann ein entsprechendes Gespräch mit eingerichteten Hotlines oder Vertrauenspersonen helfen, die meistens im HR-Bereich angesiedelt sind. Wenn es die Tätigkeit an sich ist, von der man sich per Kündigung befreien möchte und alle anderen Parameter passen, kann ein hausinterner Wechsel neue Perspektiven eröffnen. Viele Unternehmen bieten auch Sabbatical-Programme an, die extra für Mitarbeiter geschaffen wurden, die gezielt Auszeiten für sich planen.  Bildquelle: Tero Vesalainen 

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