In Bewerbungsgesprächen spielt das „Warum“ der Bewerbenden seit Langem eine große Rolle. Aber es ist inzwischen eine Trendwende zu beobachten. Employer Branding wird immer wichtiger, denn die Frage nach dem „Warum“ des Arbeitgebers gewinnt an Tragkraft. Warum handelt Ihr Unternehmen so und nicht anders, wofür stehen Sie und warum sollten gefragte Fachkräfte sich gerade bei Ihnen bewerben?
In diesem Artikel erfahren Sie, warum Employer Branding so wichtig ist und welche Fragen Unternehmen sich stellen müssen, um auf das „Warum“ eine Antwort zu haben.
Employer Branding: Warum sollen Menschen für Ihr Unternehmen arbeiten?
„Warum?“- das Zentrum des goldenen Kreises nach Simon Sinek
Auf den ersten Blick erscheinen diese Fragen sehr komplex. Hilfestellung gibt das Modell des goldenen Kreises („Golden Circle“), das der Autor und Unternehmensberater Simon Sinek entwickelt hat. Es besteht aus drei ineinander liegenden Kreisen. Der äußere Kreis stellt die Frage „Was?“ dar. Darin befindet sich ein kleinerer Kreis mit der Frage „Wie?“ und im Zentrum liegt schließlich der Kreis, der nach dem „Warum?“ fragt.
Je weiter sich die Fragestellung dem Zentrum nähert, desto schwieriger fällt die Antwort. Was die eigene Firma tut, lässt sich zunächst einmal leicht beantworten, bevor man zu Simon Sineks Warum kommt. Ein Beispiel: Robert Half bringt als Personaldienstleister Unternehmen und Fachkräfte zusammen. Die Antwort auf das „Wie?“ geht ein Stück weiter in die Tiefe: Robert Half reagiert beispielsweise auf Personalanfragen von Unternehmen, informiert sich über deren individuelle Einstellungsbedürfnisse und Wünsche und vermittelt darauf basierend passende Fach- oder Führungskräfte, die zum jeweiligen Unternehmen und seiner Kultur passen.
Der Kern des goldenen Kreises, das „Warum?“, ist zunächst die Frage: „Warum gibt es Ihr Unternehmen? Wieso tun Sie das, was Sie tun?“. Ist es Ihr erster Impuls, mit den Achseln zu zucken und lachend zu sagen: „Wir wollen natürlich Profit machen“? Dann geht es Ihnen wie einer Vielzahl an Bewerbenden, die auf die Frage, warum ein Unternehmen sie einstellen sollte, im ersten Impuls am liebsten antworten würden: „Weil ich Geld verdienen muss, um meine Miete zahlen zu können.”
Diese Antwort würden die wenigsten Recruiter im Vorstellungsgespräch gerne hören. Ebenso unbefriedigend ist die Erklärung, dass eine Firma existiert, um Profit zu machen. Natürlich tut sie das, aber das ist nicht das Warum, sondern das Ergebnis, das unterm Strich herauskommt.
Bewerbende legen bei ihrer Antwort im Bestfall ihre Persönlichkeit offen: Sie erklären, wieso sie sich für ihren Beruf entschieden haben, wieso die Position in Ihrem Unternehmen der nächste logische Schritt ist, wie sie sich einbringen und zum Unternehmenserfolg beitragen können.
Employer Branding: Wieso tun Sie, was Sie tun?
Analog dazu sollten Sie sich potenziellen neuen Angestellten erklären können: welchen Sinn sehen Sie in Ihrer Arbeit und welche Mission haben Sie? Auch die Unternehmenswerte- und geschichte spielen eine nicht zu unterschätzende Rolle. Wenn Sie also erklären, wer Sie als Unternehmen sind, ist es sinnvoll, mit dem „Warum?“ zu beginnen; schließlich resultiert alles andere erst daraus. Das empfiehlt auch Simon Sinek, denn das „Warum?“ steht genau aus diesem Grund bei seinem Golden Circle im Mittelpunkt.
Wenn Sie die Fragen in Sineks goldenem Kreis beantwortet haben, haben Sie im Grunde die Basis für Ihre eigene Marke als Arbeitgeber geschaffen und den ersten Schritt ins Employer Branding getan. Aber was ist Employer Branding? Es bedeutet, dass Sie Maßnahmen ergreifen, um sich von anderen Unternehmen positiv abzuheben und Arbeitsuchende von Ihren Qualitäten als Arbeitgeber zu überzeugen. Genauso, wie es für Sie wichtig ist, passende Angestellte zu finden, suchen Fachkräfte nach einem Arbeitgeber, der zu ihnen passt.
Wenn Sie nun also klar kommunizieren können, warum es Ihr Unternehmen gibt, fällt Ihnen auch die Antwort auf die eingangs gestellte Frage leichter: Warum sollten Menschen für Ihre Firma arbeiten wollen? Welchen Mehrwert hat Ihr Unternehmen also seinen Mitarbeitenden zu bieten?