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Ein gendergerechter Arbeitsplatz ist die Grundlage dafür, dass Mitarbeitende sich entfalten können, ohne Diskriminierung oder andere Nachteile aufgrund ihres Geschlechts erfahren zu müssen. Unternehmen können an verschiedenen Stellen ansetzen, um eine solche Umgebung zu schaffen.
So garantieren Sie Diversity im Unternehmen:
- DEI am Arbeitsplatz: Diversity, Equity & Inclusion
- 1. Den Einstellungsprozess genderneutral gestalten
- 2. Gendergerechte Sprache verwenden
- 3. Geschlechterrollen bei der Elternzeit aufbrechen
- 4. Weiterentwicklung für alle ermöglichen
- 5. Gegenseitige Unterstützung fördern
DEI am Arbeitsplatz: Diversity, Equity & Inclusion
Leider sind Gender-Stereotype an vielen Arbeitsplätzen immer noch verbreitet und die Pandemie hat eher noch dazu beigetragen, Ungleichheiten zu verschärfen: Laut einer Befragung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung hatten im April 2020 in Deutschland rund 24 % der Frauen ihre Arbeitszeit für die Kinderbetreuung reduziert, aber nur 16 % der Männer.
Der Themenkomplex Diversity, Equity and Inclusion (abgekürzt DEI) ist deshalb für alle Unternehmen wichtig. Es geht dabei darum, Vielfalt zu fördern, für Gerechtigkeit zu sorgen und Inklusion voranzutreiben. Die Arbeitsmarktstudie von Robert Half aus dem Juli 2021, für die 300 Entscheider*innen bei deutschen Unternehmen verschiedener Größen befragt wurden, zeigt: 47 % der Firmen haben Mitarbeitende verstärkt zu DEI-Themen geschult und 40 % haben in Programme und Organisationen investiert, die diese Bereiche unterstützen.
Diese Initiativen haben sich in den befragten Unternehmen in vielfältiger Hinsicht positiv ausgewirkt: Jeweils 26 % gaben an, dadurch Investoren anzuziehen oder ihre Arbeitsplatzkultur zu verbessern. 25 % sehen einen positiven Effekt auf ihre Außenwahrnehmung und 24 % profitieren von Potenzial für neue Ideen und Innovationen. Gute Gründe also, dieses Thema anzugehen.
Die folgenden fünf Schritte helfen Ihnen, einen gendergerechten Arbeitsplatz zu schaffen.
1. Den Einstellungsprozess genderneutral gestalten
Wenn bereits im Recruiting- und Einstellungsprozess das Thema Diversity zu kurz kommt, kann sich am Arbeitsplatz nicht viel ändern. Mit verschiedenen Mitteln lässt sich dafür sorgen, dass Positionen mit Menschen aller Geschlechter besetzt werden. Besonders wirkungsvoll sind anonymisierte Lebensläufe. Sie verhindern, dass HR-Teams bei der Auswahl von Talenten durch deren Geschlecht beeinflusst werden, weil sie unbewusst voreingenommen sind. Laut der Arbeitsmarktstudie von Robert Half haben 60 % der befragten Unternehmen bereits anonymisierte Lebensläufe eingeführt.
Spezielle Trainings mit Fokus auf Unconscious Bias sorgen dafür, dass unbewusst vorhandene Denkmuster deutlich werden. So können HR-Teams sie gezielt umgehen. 27 % der Unternehmen gaben in der Arbeitsmarktstudie an, solche Schulungen anzubieten.
Auch die Stellenanzeigen lassen sich bewusst so gestalten, dass sie diverse Talente ansprechen. Bereits 21 % der Unternehmen haben ihre Ausschreibungen entsprechend angepasst. Zum Beispiel sind Formulierungen empfehlenswert, die nicht direkt klischeehaft an ein bestimmtes Geschlecht denken lassen. Das gilt nicht nur für Jobtitel, sondern auch ganz allgemein. Statt vom gemeinsamen Feierabendbier können Sie beispielsweise von After-Work-Events sprechen. Damit schließen Sie auch Personen besser einen, die aus persönlichen oder religiösen Gründen keinen Alkohol trinken.
Übrigens: Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) sieht in Deutschland ohnehin vor, dass Stellenanzeigen geschlechtsneutral formuliert sind. Ausdrücke, die auf eine Benachteiligung aus ethnischen oder religiösen Gründen oder von Menschen ab einem bestimmten Alter oder mit einer Behinderung schließen lassen, sind ebenfalls nicht zulässig.
Fokus auf Vielfalt, Gerechtigkeit und Integration
Emine Yilmaz, Vice President Permanent Placement, beantwortet im Interview Fragen zu den wichtigsten Trends für 2022 rund um Vielfalt, Gerechtigkeit und Integration (DEI).