Abgesehen von einem Chef, der gerne Mikromanagement betreibt, und drohenden Deadlines gibt es noch viele weitere unscheinbare, aber dennoch heimtückische Ursachen für Stress am Arbeitsplatz. Emine Yilmaz, Managing Director und Vice President of Permanent Placement Brands bei Robert Half, erklärt, welche das sind und wie man mit ihnen umgeht. Auch wenn es vielleicht nicht möglich ist, den Stress am Arbeitsplatz komplett zu beseitigen, kann es deutlich dazu beitragen, den Arbeitstag zu verbessern und die Arbeitsleistung zu maximieren, wenn man diejenige Ursachen identifiziert, die den größten Stress verursachen.
Finden Sie heraus, ob diese Probleme auch auf Sie zutreffen und wie Sie Stress am Arbeitsplatz reduzieren können:
  1. Von Chaos bis Stress
  2. Reibereien im Büro
  3. Sie. Ja, Sie!
  4. Neid am Arbeitsplatz 
  5. Keine Zeit für die Familie
  6. Tun Sie etwas gegen Stress am Arbeitsplatz
Wenn Sie zu denjenigen Menschen gehören, die von „organisiertem Chaos“ sprechen, um zu verheimlichen, dass Sie vor lauter Unordnung nicht mehr sagen können, welche Farbe ihr Schreibtisch hat, dann haben wir schlechte Nachrichten für Sie. Forscher der UCLA haben herausgefunden, dass schon der Anblick von Unordnung dazu führen kann, dass unser Körper Stresshormone ausschüttet. Die gute Nachricht: Es hat vielleicht einige Zeit gedauert, bis sich das Chaos auf ihrem Schreibtisch angesammelt hat, aber mit ein paar Handgriffen, lässt sich der aktuelle Zustand schnell beheben und wieder Ordnung an Ihrem Arbeitsplatz schaffen.
Das Verhältnis zu den Kollegen kann aufgrund von unterschiedlichen Arbeitsstilen oder schlicht durch Ungeduld belastet sein. Ob es nun daran liegt, dass man in ihrer Gegenwart ständig auf Eierschalen läuft, oder daran, dass man sich fragt, ob sie den eigenen Fortschritt ausbremsen: Sie sollten in jedem Fall dafür sorgen, dass Sie diese Quelle von Arbeitsstress so schnell wie möglich zum versiegen bringen, bevor sie Ihr psychisches oder physisches Wohlbefinden oder Ihre Arbeitsleistung beeinträchtigt. Vergessen Sie auf der anderen Seite aber auch nicht, dass Kollegen eine große Unterstützung bei der Arbeit sein können. Versuchen Sie daher auf jeden Fall, Ihre Differenzen beiseite zu legen und die Kluft, die Sie noch trennt, zu überbrücken. Wie das gelingt? Vereinbaren Sie einen Termin, um die Probleme unter vier Augen zu klären. Auch wenn Sie zunächst wenig Hoffnung haben, dass es etwas bringt, denken Sie daran, dass ein offenes und respektvolles Gespräch die aktuelle Situation verbessern kann. Und das wiederum kann Ihnen viel unnötigen Stress am Arbeitsplatz ersparen.
Viele von uns haben am Arbeitsplatz ein Mantra. Es lautet: „Ich bin ja so gestresst!“ Was viele vergessen: Manchmal sind wir selbst der Grund für unseren Stress. Denn jeder hat seine ganz individuellen Stressoren und Grenzen. Aber manche neigen eher zu Ängsten oder übermäßigen Sorgen. Stress kann sich in verschiedenen Gesundheitsproblemen äußern, zum Beispiel in Verdauungsproblemen, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen oder Hautproblemen wie Ekzemen. Diese gesundheitlichen Probleme können Ihr Stressniveau noch weiter erhöhen. Was hilft? Vermeiden Sie den Teufelskreis aus Sorgen und Selbstsabotage. Teilen Sie sich Ihre Zeit gut ein und akzeptieren Sie, dass (einige) Fehler zum Lernprozess dazu gehören. Rufen Sie sich immer wieder in Erinnerung, warum Sie sich für den aktuellen Karriereweg entschieden haben. Gehen Sie eine Aufgabe nach der anderen an und vermeiden Sie es, sich zu sehr auf Ihre Arbeit zu konzentrieren.
Sich unzulänglich zu fühlen, weil man sich nicht den gleichen Lebensstil leisten kann wie andere, ist ungesund und den damit verbundenen Stress nicht wert. Ständig darüber nachzudenken, wie die Kollegen Markentaschen oder teure Autos bezahlen können, hilft nicht weiter. Stattdessen setzen Sie sich mit einem derartigen Verhalten nur unnötig unter Druck. Überlegen Sie lieber, was Sie tun können, um Ihre eigene Karriere voranzutreiben und wirklich zufrieden und glücklich zu sein. Kurz gesagt: Seien Sie zufrieden mit dem, was Sie haben und arbeiten Sie hart daran, Ihre beruflichen Ziele zu erreichen. Tun Sie das für sich selbst – und für niemanden sonst.
Eigentlich sollte unser Zuhause ein Rückzugsort sein, an dem wir uns entspannen und neue Kraft tanken können. Die Realität sieht jedoch oft anders aus: Viele von uns haben ein schlechtes Gewissen, sobald wir nachhause kommen, weil noch so viel Arbeit im Büro liegen geblieben ist. Hinzu kommen die Schuldgefühle, weil wir nicht genug Zeit mit unseren Eltern, Partnern oder Kindern verbringen. Alle diese negativen Emotionen wirken sich auf unsere mentale Gesundheit aus und verursachen noch mehr Stress.
Hören Sie auf, Dinge zu bedauern und sich schuldig zu fühlen. Konzentrieren Sie sich stattdessen darauf, weniger Zeit im Büro zu verbringen. Ein Weg dorthin, sind klare Absprachen mit der Führungskraft oder dem Chef, wie Sie Ihre Zeit besser einteilen oder Aufgaben delegieren können. Achten Sie darauf, dass Ihr Arbeitsstress im Büro bleibt. So können Sie zu Hause mit Ihrer Familie echte „Quality Time“ verbringen und die Zeit genießen.