Lücken im Lebenslauf? Kein Grund zur Sorge! Viele Bewerber sehen Lücken in ihrem Lebenslauf als Makel. Doch ab wann spricht man überhaupt von einer Lücke? Und wie geht man am besten damit um? Bilgi Yildirim, Managing Director Süden-Mitte bei Robert Half, gibt wertvolle Tipps, wie man am besten überzeugen kann.
Ab wann sprechen Personaler von Lücken?
Kaum ein beruflicher Weg verläuft wie eine regelmäßige Gerade. Brechen Sie nach ein paar Semestern Ihr Studium ab oder erhalten Sie unerwartet die Kündigung, ist sie auf einmal da – die Lücke in Ihrem Lebenslauf. Bewerben Sie sich nun für eine neue Stelle, spricht der Personaler Sie garantiert auf diesen Bruch in Ihrer Vita an. Das ist eine typische Bewerbungsfrage, aber kein Grund zur Sorge!
Am besten ist, Sie bleiben entspannt und stehen souverän zu Ihrem Werdegang.
Denn je nachdem, wie lange und wann die Lücken im Lebenslauf auftauchen, haben Sie nichts zu befürchten. Personaler sprechen erst nach einem Zeitraum von drei bis vier Monaten überhaupt von einer Lücke. Handelt es sich bei der Unterbrechung lediglich um drei oder vier Wochen, waren Sie möglicherweise im Urlaub. Vielleicht benötigten Sie nach einem Jobwechsel auch ein wenig Zeit, um auf andere Gedanken zu kommen. In solch einem Fall macht Ihnen kaum ein Personaler einen Vorwurf, dass Sie sich erst einmal für eine Auszeit entschieden haben.
Wie verhalte ich mich bei Lücken in meinem Lebenslauf?
Nachdem wir geklärt haben, ab wann man überhaupt von einer Lücke im Lebenslauf spricht, geht es nun um die Frage: Wie gehe ich damit um? Die Grundregel lautet: Seien Sie ehrlich! Merkt ein Personaler, dass Sie Ihren Lebenslauf „aufgehübscht“ haben, wirken Sie insgesamt unglaubwürdig. Das kann zur Folge haben, dass Sie es nicht über das Vorstellungsgespräch hinausschaffen. Ihre Chance auf den Traumjob ist dann passé.
Täuschen Sie auch nicht, indem Sie im Lebenslauf großzügig die Monatsangaben bei Ihren Tätigkeiten weglassen:
So bitte nicht: Jahresangaben
2024: Angestellt bei Firma XY
2023: Praktikum bei Firma YZ
So machen Sie es richtig: Monatsangaben
02/2024 bis heute: Angestellt bei Firma XY
01/2023 bis 01/2024: Praktikum bei Firma YZ
Bleiben Sie stets bei der Wahrheit, aber achten Sie auf Ihre Formulierung: Entstanden die Lücken im Lebenslauf, weil Sie krank, arbeitslos oder Studienabbrecher waren? Dann schreiben Sie das genau so. Verschleiern Sie in diesen Fällen nichts – der Personaler ist auch ein Mensch und wird Ihre damalige Situation verstehen.
Eventuell waren Sie auch wegen eines missglückten Jobwechsels zeitweise arbeitslos. In diesem Fall schreiben Sie lieber, dass Sie arbeitssuchend waren. Das wirkt aktiver und drückt Ihre Bemühungen aus. Vielleicht haben Sie sich parallel weitergebildet oder vorübergehend als Freelancer gearbeitet? Auch das sollten Sie erwähnen.
Geben Sie in jedem Fall an, falls Ihr ehemaliger Arbeitgeber Ihnen gekündigt hat. Verzichten Sie aber darauf, die Gründe bis ins Detail auszuführen – dazu haben Sie im Vorstellungsgespräch noch ausreichend Zeit.
Neben dem Inhalt kommt es auch auf die Form Ihres Lebenslaufs an. Wählen Sie dessen Gliederung daher entsprechend Ihrer Vita aus: Entstand die Lücke erst kürzlich, entscheiden Sie sich für einen chronologischen Lebenslauf. Hat sie sich bereits früh in Ihrer Laufbahn ergeben, ist die antichronologische Variante die bessere Wahl. So stehen die positiven Positionen im Lebenslauf am Anfang und fallen dem Personaler als Erstes auf.
Fazit
Nicht jede Karriere verläuft wie am Reißbrett; Unterbrechungen im Lebenskauf kommen häufiger vor, als Sie es möglicherweise ahnen. Egal, wie Ihr persönlicher Weg bislang aussah: Stehen Sie zu Ihrer Vita. Sie riskieren sonst, dass Sie in Erklärungsnot kommen und unglaubwürdig wirken. Viele Gründe für Lücken im Lebenslauf sind leicht zu erklären und auch für Personaler nachvollziehbar.
So lassen sich etwa die Elternzeit, Maßnahmen zur Weiterbildung oder die Pflege von Angehörigen als wertvolle Erfahrungen darstellen. Achten Sie bei Brüchen im Lebenslauf immer auf die Formulierung. Verwenden Sie positive und aktive Begriffe – so machen Sie einen guten Eindruck.
Bildquelle: Antonio_Diaz@istock
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